I hope you can join me this Sunday, on international women’s day in-front of the old national gallery in Berlin. This is in protest against the continued exclusion of women artists from art institutions. especially women experiencing multiple forms of oppression. I will be one of the early speakers. 

Liebe Künstler*innen, Kunstfrauen, Kunstaffine, Feminist*innen und Unterstützer*innen!

Zur Demonstration fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen am Weltfrauentag,

Sonntag 8. März 2020, 14 – 16 Uhr vor der Alten Nationalgalerie (Museumsinsel, Bodestr. 1–3) laden wir herzlich ein! Schließt euch an und bringt Freund*innen mit! Wir müssen viele sein,
um sichtbar zu werden! Die Demonstration besetzt den Raum vor der Alten Nationalgalerie. Dort finden performative Aktionen statt, Rednerinnen geben kurze Impulsbeiträge.

Speech

Mein ganzes Leben hieß es: „Wenn du talentiert bist und dich anstrengst, kannst du in eine erfolgreiche Künstlerin werden.“

Ich habe das tatsächlich geglaubt.

Und bis heute suche ich, wenn mir etwas nicht gelingt, ganz oft immer noch den Fehler bei mir.

Mit freiem Kopf und klarem Blick ist es aber einfach so:

Ich wurde belogen. Mein ganzes Leben lang belogen. Talent und Fleiß kannst du in die Tonne treten, wenn du bestimmte Kriterien nicht erfüllst. Ihr ahnt es vielleicht …

 

Wir stehen hier vor der Alten Nationalgalerie. Im Wikipedia-Eintrag zu ihrer heutigen Sammlung sind rund 30 Künstler namentlich genannt.

Die meisten euch würden auf diese Liste schauen und sofort feststellen: keine Frau darunter. Richtig!

Ich schaue auf diese Liste und frage mich:

Wo sind die schwarzen Künstler*innen, wo die lesbischen, wo die Transfrauen? Wann wird die erste Hartz IV-Künstlerin in einem staatlichen Museum ausgestellt? Wann die erste Künstlerin mit Trisomie 21?

Schaut euch um – und vor allem: schaut auch hinter euch. Wer bleibt zurück?

Wer schafft es nicht, trotz aller Anstrengung, trotz großen Talents?

Wer steht vor der verschlossenen Museumstür und wer ist drin?

Ich glaube, wir haben nur dann eine Chance, vor dem 23. Jahrhundert etwas daran zu ändern, wenn wir alle mitnehmen, die aus unterschiedlichen Gründen vor verschlossenen Türen stehen.

Wenn wir nur für die eigene Peergroup kämpfen, spielt das denjenigen in die Hände, die die ihre Privilegien mit der Muttermilch eingesogen haben.

Die lachen sich ins Fäustchen, während wir uns abrackern!

Ich wünsche mir heute und von euch eines: Dass ihr hin und wieder daran denkt, wer noch dabei sein müsste. Und ihnen die Hand reicht. Weil wir nur zusammen da reinkommen!

Danke.